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ARCHIV UNSERER VERGANGENEN KONZERTE:

Bild_Schloss Homburg Samstag, 18. Februar 2012, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Die Dalbergs geben sich die Ehre“
Vokalwerke und Klavierwerke zu zwei, vier und fünf Händen von Friedrich von Dalberg

Jan Kobow, Gesang und „fünfte Hand“
Angela Koppenwallner, Fortepiano
Michael Günther, Fortepiano

Friedrich von Dalberg, einer einflussreichen und kunstsinnigen Familie entstammend und mit Mainz bzw. Aschaffenburg besonders verbunden, war als Komponist und Musikschriftsteller einer der genialsten und originellsten Köpfe des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Im Musikleben ist er selbst in seiner Heimat viel zu wenig beachtet.
Eine Zeichnung von Wilhelm Kobell aus dem Jahr 1787 könnte die drei Dalberg-Brüder, wohlweißlich am bzw. um ein Klavier versammelt, darstellen. Für die Dalbergs war Kunst und speziell Musik nicht eine nebensächliche, oberflächliche Unterhaltung, gerade einmal geeignet zur standesgemäßen Repräsentation, sondern selbstverständlicher und notwendiger Bestandteil ihres Lebens. Kunst und Wissenschaften wurden aber nicht nur gefördert, sondern auch von ihnen selbst betrieben.
Der jüngste Bruder Friedrich von Dalberg (1760-1812), der sich selbst gerne Fritz Dalberg nannte, kann zu den originellsten Komponisten, Musikschriftstellern und Pianisten des späten 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts gezählt werden. Es ist ein großes Rätsel, warum dieser im modernen Konzertleben so wenig beachtet wird, vielleicht weil er nie auf die Publikumsgunst schielte? Seine Originalität und Phantasie zeigen sich besonders in seinen Liedern und in seinen Klavierwerken zu zwei, vier, und man höre und staune, zu fünf Händen. Mit den bedeutendsten Dichtern, so Goethe, Schiller, Wieland und Herder stand er im Austausch, und nicht jeder Komponist wählte mit so sicherem Gespür Gedichte zur Vertonung zu Liedern, in denen sich oft ein Schuss Selbstironie findet und die persönliche Verbindungen zum Freundeskreis um Mozart verraten.
Eine weitere interessante Seite Dalbergs offenbaren seine Klavierkompositionen. Neben brillanten Sonaten zu zwei und vier Händen befindet sich eine Sonate „zu fünf Händen“ darunter. Das bedeutet, dass drei Spieler an einer gerade einmal 85 cm breiten Klaviatur sitzen, wobei „Primo“ und „Secondo“ in gewohnter Weise vierhändig spielen und dazu noch zur Rechten ein weiterer Spieler nur mit einer Hand die höchste Stimme spielt. Dieses Spektakel wird wohl auch im Hause Dalberg der reine Spaß gewesen sein.
Aus der Sammlung von Schloss Homburg sind zahlreiche Musikalien in der Ausstellung zu sehen, und selbstverständlich erklingen die Klavierkompositionen auf zwei der schönsten originalen Tasteninstrumente der Dalberg-Zeit aus dieser bedeutenden Sammlung, um die Musik im leichteren, transparenten Klangbild jener Zeit entstehen zu lassen.


Bild_Schloss Homburg Bild_Schloss Homburg Samstag, 3. Dezember 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Lieder und Klavierwerke“
von Wolfgang Amadé Mozart, Joseph Haydn
und ihren fränkischen Zeitgenossen Joseph Martin Kraus und Karl Siegmund von Seckendorff

Jan Kobow, Gesang
Michael Günther, Fortepiano

Ein interessanter Vergleich: Sind die Lieder mit Klavierbegleitung Mozarts und Haydns gut bekannt, so stehen die zeitgleich entstandenen Lieder des in Miltenberg geborenen, späteren schwedischen Hofkapellmeisters Joseph Martin Kraus (1756-1792) und des frühen Goethefreunds und markgräflich bayreuthischen Ministers Karl Siegmund von Seckendorff (1744-1785) im Schatten. Sie sind selbst Kennern wenig bekannt, unserer Meinung nach aber vollkommen zu Unrecht! Die Lieder von Kraus und von Seckendorff zählen zu den besten ihrer Zeit. Begleitet man sie mit den originalen Tasteninstrumenten aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts aus der Sammlung von Schloss Homburg, so entfalten sie erst so recht ihren unwiderstehlichen Charme. Jan Kobow gilt als einer der besten Lied-Interpreten jener Epoche. Michael Günther begleitet und spielt auf verschiedenen Fortepianos zudem Klavier-Solowerke dieser Komponisten.

Das ursprünglich vorgesehene Konzert mit Violinsonaten von Wolfgang Amadé Mozart, gespielt von Wolfgang Greser, Violine und Michael Günther, Fortepiano muss wegen einer Schultererkrankung des Violinisten leider entfallen.


Bild_Schloss Homburg Bild_Schloss Homburg Samstag, 8. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„... in besten Händen“ - Virtuose Musik für die Viola da gamba der Zeitgenossen Johannes Schenck und Marin Marais

José Vazquez, Viola da gamba
Lúcia Krommer, Viola da gamba
Michael Günther, Cembalo

Die beiden Zeitgenossen waren die bedeutendsten Violendagamba-Virtuosen ihrer Zeit: Marin Marais am französischen Hof Ludwigs XIV und Johannes Schenck, seit 1696 in Düsseldorf am Hofe des Pfalzgrafen Johann Wilhelm II („Jan Willem“), Kurfürst von der Pfalz, der selbst ein begeisterter Gambenspieler war. Marais Gambenmusik ist Inbegriff der höfischen Musik des französischen Hochbarock, Schencks Oeuvre, auf seine Art nicht weniger genial und in Kennerkreisen gerühmt, verdient wahrlich größere Bekanntheit. Seine Suitensammlungen tragen so schöne Titel wie „Le Nymphe di Reno“, „L Echo du Danube“ oder „Les Fantaisies bisarres de la Goutte“.
Nicht nur eine Begegnung der beiden legendären Violendagamba-Virtuosen jener Zeit, es begegnen sich auch zwei wunderbare Musikinstrumentensammlungen: Aus seiner einzigartigen Sammlung „Orpheon“, die zum Teil sich in Schloss Duino befindet, bringt José Vazquez zwei auserlesene Exemplare mit: eine Viola da Gamba von Jakob Steiner, Absam, 1671 und eine zweite von Joachim Tielke, Hamburg, 1683. Ein prächtiges Cembalo des Jahres 1665 aus der Sammlung Michael Günther in Schloss Homburg am Main gesellt sich dazu. Ein traumhafter Abend für Kenner und Liebhaber.


Bild_Schloss Homburg Samstag, 15. Oktober 2011, 20.00 Uhr
Schlossscheune Homburg am Main

„Ich rühme mir mein Dörfchen hier“ - Eine „Schubertiade“ aus Anlass des 140-jährigen Bestehens des Homburger Männergesangvereins „Liedertafel 1871“

Victor Schiering, Gesang
Wolfgang Greser, Violine
Michael Günther, Fortepiano
Männergesangverein „Liedertafel 1871“
Heinz Zenglein, Chorleitung

Eine authentische Begegnung: Franz Schubert, Gesang, Klavier, Männerchor, Weinort, Wein. Die Welt Schuberts in Wien kann man in Homburg gut nachempfinden: Im ersten Teil der „Schubertiade“ erklingen Werke des Komponisten, gesungen vom traditionsreichen Homburger Männerchor „Liedertafel 1871“, mit Klavier begleitet und a capella. Seit 140 Jahren pflegt dieser Chor in Homburg diese Musikgattung treu und bis heute ununterbrochen.
Natürlich darf in einer „Schubertiade“ ein guter Wein und auch eine Brotzeit, wie in einem Weinort üblich, nicht fehlen, und es soll auch Raum für Geselligkeit gegeben sein. Der Homburger Chor möchte mit seinen Gästen feiern und bewirtet sie!
Der zweite Teil der „Schubertiade“ ist Liedern und der Kammermusik mit Violine und Klavier dieses Komponisten gewidmet. Ein Hammerflügel aus dem Jahr 1815 ist das ideale Instrument, das zu diesem Zweck in die schön geschmückte Schlossscheune direkt neben dem Schloss gebracht wurde.
Der Eintrittspreis beinhaltet auch den Winzerhäppchenteller, wir bitten herzlichst um Reservierung.

Bild_Schloss Homburg Bild_Schloss Homburg Samstag, 17. September 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Wolfgang Amadé und seine Musik für zwei Claviere“
„Clavier“-Kompositionen, gespielt auf originalen Instrumenten der Mozartzeit

Angela Koppenwallner, Fortepiano
Michael Günther, Fortepiano
Hermann Feneberg, Moderation

Kompositionen für zwei „Claviere“ scheint Mozart besonders glücklich bedacht zu haben. Schließlich ist der Aufwand, zwei schöne Fortepianos nebeneinander zu haben, nicht unbeträchtlich. Auf originalen „Fortepianos“, zum Teil aus dem Freundeskreis des Komponisten, erklingen neben der glücklichen Sonate D-Dur, der anachronistischen Fuge in c-Moll sozusagen als Anhang auch einige Fragmente, die der Zuhörer freilich im Geiste und in der Vorstellung bis zum letzten Takt ergänzen möge.
Hermann Feneberg, Präsident der Mozart-Gesellschaft München, führt durch das Programm und vermittelt Einblicke in die Zusammenhänge mit Mozarts bewegter Lebensgeschichte.


Bild_Schloss Homburg Samstag, 16. Juli 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Musik für das Pantalon“
Werke der fränkischen und süddeutschen Komponisten Joseph Martin Kraus und Joseph Haydn für das frühe Hammerklavier

Michael Günther, Pantalon

Eine wahre „Pianomania“ bei „Kennern und Liebhabern“ entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die neu entwickelten Hammerklaviere. Neben den im heutigen Musikleben längst wieder benutzen Hammerflügeln ist eine andere Art dieser Fortepianos noch neu zu entdecken: das „Pantalon“. Seine Wurzeln reichen zum Hackbrett, das mit einer Klaviatur versehen wurde. Es erhielt seinen Namen von dem berühmten Hackbrettvirtuosen Pantaleon Hebenstreit.
Ein „Pantalon“, das sich nun in der Sammlung von Schloss Homburg befindet wird nach seiner Restaurierung erstmals vorgestellt mit Werken des in Miltenberg geborenen Komponisten Joseph Martin Kraus, mit Variationen und Fantasien seines ihn als Genie verehrenden Freundes Joseph Haydn und Werken anderer süddeutscher Komponisten.
Manche Kompositionen dieser Zeit entfalten ihren Charme erst so recht auf dieser Art von Tasteninstrument, sie leben von dem Klangrausch eines ungedämpften Pantalons, vom „Umeinandersausen“ der Töne, wie die begeisterten Zeitgenossen schrieben.


Bild_Schloss Homburg Samstag, 25. Juni 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Musik für das Clavichord“
Kompositionen des 17. und 18. Jahrhunderts, gespielt auf einem besonderen Instrument

Angela Koppenwallner, Clavichord

Das leise, aber überaus ausdrucksstarke Instrument, das jahrhundertelang allen Tastenspielern als Übe- und Komponierinstrument und Reisegefährte diente, aber auch für Hauskonzerte im intimen Kreis das bevorzugte Tasteninstrument war, steht im Mittelpunkt dieses Konzertabends. Für einige Komponisten war es das bevorzugte Tasteninstrument und wegen seiner besonderen Sensibilität wurde es im 18. Jahrhundert auch als „Seelen-Seismograph“ bezeichnet.
Die österreichische Cembalistin Angela Koppenwallner, die in den letzten Jahren verstärkt als Clavichordsolistin in Erscheinung getreten ist, weiht ihr neuerworbenes Meisterinstrument von Jean Tournay ein! Clavichordmusik aus Barock und Klassik von Wolfgang Amadé Mozart, Joseph Haydn, Johann Jacob Froberger und Johann Sebastian Bach wird zu hören sein.


Bild_Schloss Homburg Bild_Schloss Homburg Freitag, 6. Mai 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Gesellige und heitere Musik des Biedermeier“
gespielt auf einem „Csakan“ (Spazierstockflöte), gesungen und begleitet auf einem originalen Hammerklavier

Anette-Susanne Bethge, Csakan
Johannes Weiss, Gesang und Hammerklavier
Michael Günther, Hammerklavier
Jan Großbach, Rezitation

Bild_Schloss Homburg Sehr behaglich, die Welt des Biedermeier: Tags hinaus in die Natur, ihre Schönheit genießen, eine Flöte immer dabei, denn der Csakan war Spazierstock und Flöte in einem. Und abends häusliches Musizieren, etwas Tanzmusik auf dem Klavier zu zwei oder zu vier Händen, Lieblingswalzer der Tanzsäle von Rossini oder Strauß, oder Gassenhauer aus Wiener Opernaufführungen. Es fehlen auch nicht Lieder, darunter einige von Franz Schubert mit durchaus selbstironischem Text:
„Ein trautes, stilles Stündchen bleibt man noch gern am Feuer wach
und denkt: Nun abermal ein Tag!
O wie ich mir gefalle in meiner stillen Ländlichkeit!
Zirpt immer, liebe Heimchen, in meiner Klause eng und klein...“


Bild_Schloss Homburg Samsntag, 12. März 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

Ein Würzburger Fortepiano klingt wieder
Klaviermusik Würzburger Komponisten und Komponistinnen um 1800

Michael Günther, Fortepiano
Jan Großbach, Rezitation

Ein kleines Fest: Nach einer mehrere Jahre dauernden Restaurierung erklingt ein Tafelklavier erstmals wieder: Jacob Pfister hatte das Instrument um 1800 in Würzburg gebaut. Eben erst war er von seiner Ausbildung in Wien zurückgekehrt, hatte sich niedergelassen und für sein „Probstück“ eines Fortepianos höchstes Lob erhalten.
Auf dem Instrument erklingen zauberhafte Sonaten, Fantasien und Variationen des Würzburgers Johann Franz Xaver Sterkel, seiner hochbegabten und schon 23-jährig gestorbenen Schülerin Catharina Bauer sowie anderer Komponisten der Region.
Dazu liest Jan Großbach aus der Würzburger und Frankfurter Presse und anderen Quellen jener Zeit, die kleine und große Merkwürdigkeiten des Alltags vor 200 Jahren beschreiben und ein heiteres Bild des Musik- und Gesellschaftslebens widerspiegeln.


Bild_Schloss Homburg Bild_Schloss Homburg Samstag, 19. Februar 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

Originale Querflöten aus der Sammlung Spohr vorgestellt in Wort und Klang
Werke von Händel, Blavet, Platti, C. Ph. E. Bach, Müthel u.a.

Peter Spohr, Traversflöte
Michael Günther, Cembalo und Fortepiano

„Diese zum schönen Ton bestimmte und eigenthümliche Weite ist schwer zu finden...“, so beschreibt der Autor und Flötenbauer Tromlitz ein „Geheimnis“ seiner Traversflöten.
Flöten von ihm und anderen illustren Flötenmachern des 18. Jahrhunderts stellt der Sammler Peter Spohr vor, erläutert die Entwicklung dieses Instruments und zeigt, warum die Traversflöte zu einem Lieblingsinstrument des 18. Jahrhunderts wurde.
Vor allem aber erklingen diese Originale von ihm gespielt in Sonaten der bedeutendsten Komponisten und Flötisten des 18. Jahrhunderts, mit regionalen und zeitlichen Bezügen der Instrumente zu den Kompositionen. Peter Spohr spielt diese Werke auf besonders interessanten Traversflöten seiner bedeutenden und in Fachkreisen gerühmten Sammlung, Michael Günther, begleitet am Cembalo und Hammerflügel.


Bild_Schloss Homburg Samstag, 29. Januar 2011, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Seien Sie mir ewig gut!“
Lieder und Klavierwerke von Joseph Martin Kraus und Friedrich von Dalberg

Jan Kobow, Gesang
Michael Günther, Fortepiano

Sie sind im Musikleben viel zu wenig beachtet: Der in Miltenberg geborene und spätere Kapellmeister am königlich schwedischen Hof Joseph Martin Kraus und der in Mainz geborene Friedrich von Dalberg zählen zu den interessantesten und bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten der Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Beide tauschten sich in Mainz künstlerisch rege aus und beide zeigen ihr originelles kompositorisches Können besonders in ihren Liedern und Klavierwerken.
Jan Kobow ist weltweit ein besonders renommierter Sänger. Er wird von Michael Günther auf einem exzellenten Hammerflügel jener Zeit begleitet, der auch in Solowerken erklingt.


Bild_Schloss Homburg Samstag, 4. Dezember 2010, 20.00 Uhr (Uhrzeit geändert!)
Schloss Homburg am Main

„Sie hat 6 Saiten, und ist von ausnehmender Anmuth...“
Musik für die Viola da gamba der Familie Bach

Ekkehard Weber, Viola da gamba
Michael Günther, Fortepiano

Weiter schreibt Christian Friedrich Daniel Schubart 1784 über die Viola da gamba: „Die Nachtstücke lassen sich herrlich darauf vortragen; überhaupt alles was Anmuth und Zärtlichkeit athmet“.
Keine Überraschung also, dass Carl Philipp Emanuel Bach diesem Instrument einige besondere Sonaten widmete. Eher überrascht es, dass Vater Johann Sebastian fast gar keine originale Musik für dieses feine Instrument schrieb. So landet der suchende Gambenspieler schnell bei den Bach'schen Cello-Suiten und tut es dem Meister gleich: Er adaptiert sie für die Gambe. Der musikalische Fokus verschiebt sich dabei auf andersartige Qualitäten der Musik. Die Suiten verändern ihren Charakter durch die Benutzung einer Viola da gamba, gewinnen eine neue Beleuchtung und werden auf eine ganz andere Weise erlebbar: Man entdeckt sehr viel mehr französischen Esprit in dieser Musik - und sehr viel weniger titanisches Pathos.
Die verwendete Gambe wurde 1722 in Paris von François Gaviniès gebaut.


Freitag, 9. Juli 2010, 19.00 Uhr und 22.00 Uhr (Nachtkonzert)
Schloss Homburg am Main

„Wolfgang Amadé und seine Claviere“
Eine Nacht mit der Musik Mozarts und besonderen Tasteninstrumenten seiner Zeit

Konzert I: Mozarts Werke für zwei „Claviere“ gespielt auf zwei originalen „Fortepianos“
Konzert II (Nachtkonzert): Mozarts Werke für „Clavier“ zu zwei und vier Händen, gespielt auf einem Cembalo, auf einem Clavichord und verschiedenen originalen „Fortepianos“ aus dem Freundeskreis Mozarts

Angela Koppenwallner und Michael Günther, „Claviere“
Hermann Feneberg und Jan Großbach moderieren und sprechen zu Bezügen zu Mozarts Lebensgeschichte und zu den „Clavieren“ seiner Zeit

Genau so interessant wie Mozarts Lebensgeschichte ist auch die Geschichte der „Claviere“ seiner Zeit. Immer wieder wurde der Komponist von neuen Instrumententypen zu neuem Kompositionsstil inspiriert und umgekehrt wollten Instrumentenmacher neue Ausdrucksmöglichkeiten ermöglichen.
In zwei Konzerten mit besonderen Werken Mozarts wird dies hörbar und zwar möglichst authentisch, da eine Reihe seltener und kostbarer Originalinstrumente, vom Cembalo, Clavichord bis zu verschiedenen „Fortepianos“ von zwei ausgewiesenen Kennern, Angela Koppenwallner und Michael Günther gespielt werden. Dazu vermittelt Hermann Feneberg, Präsident der Mozart-Gesellschaft München Einblicke in Zusammenhänge mit Mozarts bewegter Lebensgeschichte und Jan Großbach führt in die Geschichte und Entwicklung der Tasteninstrumente in Mozarts Schaffen ein.


Samstag, 15. Mai 2010, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Clavichordmusik um Friedrich den Grossen“
Kompositionen für das Clavichord von Schaffrath, C. Ph. E. Bach, Kirnbergher, Fasch, Reichardt u. a.

Sally Fortino, Clavichord

Das Clavichord ist das Tasteninstrument mit der einfachsten Mechanik. Die Saiten werden nur durch Tangenten berührt. Damit ist es äußerst leise und ungewohnte Musikliebhaber müssen sich in diese zarte Klangwelt einhören. Der Vorteil aber ist eine große Sensibilität, da der Spieler sozusagen mit den Saiten direkt verbunden ist, und so wurde das Clavichord im späten 18. Jahrhundert auch liebevoll „Seelenseismograph“ genannt. Für manche Komponisten der „Empfindsamkeit“, wie Carl Philipp Emanuel Bach, war es sogar das Lieblingsinstrument, vor dem Cembalo und dem Fortepiano. Sally Fortino gilt als besondere Interpretin dieses Instruments und spielt Werke der „Berliner Schule“, einer Blütezeit der Clavichordmusik im 18. Jahrhundert.


Sonntag, 18. April 2010, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Der Arpeggione und die Klangwelt Franz Schuberts“

Gerhart Darmstadt, Arpeggione
Michael Günther, Fortepiano

Der Arpeggione, dem Aussehen nach einer Gitarre ähnlich, aber beim genaueren Hinsehen ein Streichinstrument in der Größe eines Violoncellos, dessen sechs Saiten mit einem Bogen gestrichen werden, ist Ausdruck der Suche nach einer neuen Klangwelt der Zeit Schuberts. Von diesem Komponisten stammt auch die bedeutendste Komposition für dieses seltene Instrument, das der gehaltvollen Tiefe, der Zerbrechlichkeit, Transzendenz und Melancholie Schuberts am nächsten kommen kann.


Samstag, 13. März 2010, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Tief unten im einsamen Tale“
Lieder und Klavierwerke des Mainzer Komponisten Johann Franz Xaver Sterkel

Julla von Landsberg, Gesang
Michael Günther, Fortepiano

Eine weitere Auswahl der interessantesten Lieder und Klavierwerke Sterkels, die zeitlich vom ausgehenden Rokoko bis zur frühen Romantik reicht, nun für eine Sopranstimme mit „Clavierbegleitung“.
Mit den Tasteninstrumenten der Homburger Sammlung, einem zierlichen Tafelklavier aus dem Jahr 1780 und einem eleganten Hammerflügel aus dem Jahr 1815 entfalten Sterkels Lieder und Klavierwerke erst so recht ihren Charme.


Samstag, 13. Februar 2010, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„... für das Fortepiano zu vier Händen“
Werke von Wolfgang Amadé Mozart, Johann Franz Xaver Sterkel, Friedrich Fleischmann und Franz Schubert

Ella Sevskaya und Michael Günther, Fortepiano

Neben Mozarts Variationen in G-Dur und Schuberts Fantasie f-Moll sind Sonaten des Würzburgers Sterkel und des Marktheidenfelders Fleischmann der Beitrag der hiesigen Region zur Klaviermusik.
Das Duo Ella Sevskaya und Michael Günther spielte wiederholt mit großem Erfolg auch in den Homburger Schlosskonzerten. Es erklingen zwei besondere Fortepianos der Homburger Sammlung, ein Tafelkavier aus Süddeutschland um 1775 und ein Hammerflügel aus dem Jahr 1815.


Samstag, 16. Januar 2010, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Go from my Window“
British Songs from the Past

Deirdre Campbell-Shaw, Gesang und keltische Harfe
Michael Günther, Cembalo

Die Schottin Deirdre Campbell-Shaw singt schottische, irische und englische Lieder aus Elisabethanischer und späterer Zeit. Sie begleitet sich selbst auf der keltischen Harfe oder wird von Michael Günther auf dem Cembalo begleitet. Diese wundervollen „folk-songs“ inspirierten die englischen Komponisten der Renaissance auch zu prächtigen Variationswerken für das Cembalo solo, das dort „virginal“ genannt wurde.


Samstag, 5. Dezember 2009, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Italienische Violinmusik des 17. Jahrhunderts“
Werke von Giovanni Paolo Cima, Francesco Turini, Alessandro Stradella und Giovanni Battista Vitali

Barbara Koppold und Julia Muginstein, Violine
Achim Weigel, Viola da Gamba
Michael Günther, Cembalo

Die Vielfalt und der Reichtum der Violinmusik in Italien zeigen sich am Anfang des 17. Jahrhunderts in den frühesten Triosonaten des Mailänders Giovanni Paolo Cima oder des in Prag geborenen Francesco Turini. Ebenso meisterhaft sind Ende des 17. Jahrhunderts die Werke des in Florenz, Venedig und Rom wirkenden Alessandro Stradella und des in Bologna und Modena wirkenden Giovanni Battista Vitali.


Samstag, 14. November 2009, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main

„Da droben auf jenem Berge“
Lieder und Klavierwerke des Mainzer Komponisten Johann Franz Xaver Sterkel

Jan Kobow, Gesang
Michael Günther, Fortepiano

So könnte man sich einen Konzertabend in der hiesigen Region um den Main um das Jahr 1790 vorstellen. Sterkel, in Würzburg geboren und am Mainzer Hof tätig, war weit bekannt und geschätzt, so dass ein Musikkritiker in Sterkels Nachruf im Jahr 1817 fragen konnte: „Wer kennt den gesangreichen Componisten nicht?“ Heute ist er selbst in seiner Heimat nahezu vergessen. Vollkommen zu Unrecht!



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