KONZERTE AUF SCHLOSS HOMBURG
ERLESENE KAMMERKONZERTE IN SCHÖNER UMGEBUNG
Im Homburger Schloss, einem Fachwerkbau des 16. Jahrhunderts, begegnet man im Festsaal mit einer prächtigen Stuckdecke aus dem 17. Jahrhundert den Klängen längst vergangener Zeiten.
Sorgfältig restaurierte Instrumente des 17. und 18. Jahrhunderts erklingen in den Konzerten und werden in den musealen Räumen bewahrt. Die Konzertpausen bieten Gelegenheit, diese zu betrachten und bei einem Glas Wein die Aussicht ins Maintal und auf den benachbarten Weinberg Kallmuth zu genießen.
Unsere Veranstaltungen finden in freundlicher Zusammenarbeit und mit Unterstützung des „BEZIRK UNTERFRANKEN“ statt.
UNSERE NÄCHSTEN KONZERTE:
Samstag, 18. Februar 2012, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main
„Die Dalbergs geben sich die Ehre“
Vokalwerke und Klavierwerke zu zwei, vier und fünf Händen von Friedrich von Dalberg
Jan Kobow, Gesang und „fünfte Hand“
Angela Koppenwallner, Fortepiano
Michael Günther, Fortepiano
Friedrich von Dalberg, einer einflussreichen und kunstsinnigen Familie entstammend und mit Mainz bzw. Aschaffenburg besonders verbunden, war als Komponist und Musikschriftsteller einer der genialsten und originellsten Köpfe des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Im Musikleben ist er selbst in seiner Heimat viel zu wenig beachtet.
Eine Zeichnung von Wilhelm Kobell aus dem Jahr 1787 könnte die drei Dalberg-Brüder, wohlweißlich am bzw. um ein Klavier versammelt, darstellen. Für die Dalbergs war Kunst und speziell Musik nicht eine nebensächliche, oberflächliche Unterhaltung, gerade einmal geeignet zur standesgemäßen Repräsentation, sondern selbstverständlicher und notwendiger Bestandteil ihres Lebens. Kunst und Wissenschaften wurden aber nicht nur gefördert, sondern auch von ihnen selbst betrieben.
Der jüngste Bruder Friedrich von Dalberg (1760-1812), der sich selbst gerne Fritz Dalberg nannte, kann zu den originellsten Komponisten, Musikschriftstellern und Pianisten des späten 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts gezählt werden. Es ist ein großes Rätsel, warum dieser im modernen Konzertleben so wenig beachtet wird, vielleicht weil er nie auf die Publikumsgunst schielte? Seine Originalität und Phantasie zeigen sich besonders in seinen Liedern und in seinen Klavierwerken zu zwei, vier, und man höre und staune, zu fünf Händen. Mit den bedeutendsten Dichtern, so Goethe, Schiller, Wieland und Herder stand er im Austausch, und nicht jeder Komponist wählte mit so sicherem Gespür Gedichte zur Vertonung zu Liedern, in denen sich oft ein Schuss Selbstironie findet und die persönliche Verbindungen zum Freundeskreis um Mozart verraten.
Eine weitere interessante Seite Dalbergs offenbaren seine Klavierkompositionen. Neben brillanten Sonaten zu zwei und vier Händen befindet sich eine Sonate „zu fünf Händen“ darunter. Das bedeutet, dass drei Spieler an einer gerade einmal 85 cm breiten Klaviatur sitzen, wobei „Primo“ und „Secondo“ in gewohnter Weise vierhändig spielen und dazu noch zur Rechten ein weiterer Spieler nur mit einer Hand die höchste Stimme spielt. Dieses Spektakel wird wohl auch im Hause Dalberg der reine Spaß gewesen sein.
Aus der Sammlung von Schloss Homburg sind zahlreiche Musikalien in der Ausstellung zu sehen, und selbstverständlich erklingen die Klavierkompositionen auf zwei der schönsten originalen Tasteninstrumente der Dalberg-Zeit aus dieser bedeutenden Sammlung, um die Musik im leichteren, transparenten Klangbild jener Zeit entstehen zu lassen.
Samstag, 10. März 2012, 19.00 Uhr
Schloss Homburg am Main
„Pieces de Clavecin en Concert“
Brillante Kammermusik von Jean Philippe Rameau
LA GAMBA, FREIBURG
Ricardo Magnus, Cembalo
Franca Polowski, Violine
Ekkehard Weber, Viola da gamba
Eine neue, extreme Form von Kammermusik steuerte Jean-Philippe Rameau mit seinen „Pieces de Clavecin en Concert“ bei, die 1741 in Paris veröffentlicht wurden: Zur Violine und Viola da Gamba tritt das von Rameau so geschätzte Cembalo hinzu, aber nicht wie bisher als begleitendes Continuo-Instrument, sondern als dominierendes Soloinstrument. Im Vorwort bemerkt er gar: „Diese Stücke können, ohne dass etwas zu wünschen übrig bliebe, auf dem Cembalo allein gespielt werden; man vermutet dabei nicht einmal, dass sie für eine andere Zusammenstellung geeignet sind“. Ihren unvergleichlichen Charme entwickeln diese Stücke unserer Meinung nach erst durch eben diese dezente Streicherbegleitung im Hintergrund.
Charme, Raffinesse und Esprit jener Zeit spiegeln sich unvergleichlich darin, und einen weiteren Beitrag zur Gattung Kammermusik hat Rameau nicht geleistet; offenbar war mit dieser neuartigen Klangstruktur für ihn das Wesentliche abschließend gesagt.
Etliche Sätze tragen Titel, die auf bestimmte Zeitgenossen, darunter den reichen Steuerpächter und Musikenthusiasten Lapopliniére, den ebenso reichen Bankier Laborde sowie auf die Komponistenkollegen Forqueray und Marais oder auf die gerühmte Cembalistin Boucon und den Violinisten Cupis verweisen. Kurze Erläuterungen zu diesen überaus illustren Personen wollen in diese schillernde Zeit einführen.
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